Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen) 1)

S036_Grafik: Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen)

Forschungs- und Entwicklungsausgaben deutlich ausgeweitet 1)

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 70,9 Mio. € (2016: 53,5 Mio. €). Abzüglich von Zuschüssen von Entwicklungspartnern und Fördermitteln lagen die Ausgaben bei 67,0 Mio. € (2016: 50,4 Mio. €) und damit im Rahmen der Planung. Die F&E-Quote (nach Zuschüssen) – das Verhältnis von Netto-Entwicklungsausgaben zum Konzernumsatz – hat sich damit auf 4,5 % erhöht (2016: 4,0 %). Der Anstieg der F&E-Ausgaben gegenüber dem Vorjahreswert ist im Wesentlichen auf die Erweiterung unserer Produktpalette zurückzuführen. Von den Entwicklungsausgaben nach Zuschüssen wurden im Berichtsjahr 26,1 % aktiviert (2016: 18,1 %).

In der Segmentbetrachtung beliefen sich die Ausgaben nach Zuschüssen bei DEUTZ Compact Engines auf 63,5 Mio. € (2016: 47,7 Mio. €) und bei DEUTZ Customised Solutions auf 2,2 Mio. € (2016: 2,7 Mio. €). Im Segment Sonstiges sind Ausgaben nach Zuschüssen von 1,3 Mio. € angefallen (2016: 0,0 Mio. €); seit dem vierten Quartal 2017 werden hier Forschungs- und Entwicklungsausgaben von Torqeedo berücksichtigt.

Stufe-V-zertifiziert

Im Zuge der Einführung der EU Stufe IV/USTier 4 haben wir in den Vorjahren unser Motorenportfolio komplett überarbeitet. Für die nächste europäische Emissionsstufe EU Stufe V 2), die ab dem Jahr 2019 einzuhalten ist, sind unsere Motoren ebenfalls gerüstet. Unsere TCD-Motoren im Bereich 3,6 bis 7,8 Liter haben im Jahr 2017 bereits weitgehend die Zertifikate für »Stufe V« erhalten – als erste weltweit. In den USA ist hinsichtlich der Einführung einer weiteren Emissionsstufe bis dato nichts bekannt.

Produktportfolio wird kontinuierlich arrondiert

Unsere Produktpalette erweitern wir mit Neuentwicklungen, Kooperationen und Akquisitionen. So befindet sich mit dem D/TD/TCD2.2 ein 3-Zylinder-Motor in der Entwicklung, der auf dem bestehenden 4-Zylinder-Motor mit 2,9 Liter Hubraum basiert. Außerdem werden wir die kleineren Motoren neben einer Dieselversion auch für den Betrieb mit Flüssiggas (LPG) anbieten. Diese Anwendung ist insbesondere für Gabelstapler und andere Material-Handling-Anwendungen interessant. Daneben ist die Erweiterung auf »Bi-Fuel« geplant, das heißt der wahlweise Betrieb mit Flüssiggas oder Benzin.

Bei größeren Motoren planen wir die Einführung eines 4-Zylinder-Motors mit 9 Liter Hubraum sowie von 6-Zylinder-Motoren mit 12,0, 13,5 und 18,0 Liter Hubraum in Kooperation mit der Firma Liebherr Machines Bulle S.A. Diese Industriemotoren von 200 bis 620 kW stellen eine wichtige Erweiterung unseres oberen Leistungsspektrums dar.

Die Diskussion um den Dieselmotor beflügelt die Entwicklung neuer Technologien. So werden alternative Antriebe künftig auch in den Kernsegmenten von DEUTZ eine wichtige Rolle spielen. DEUTZ nutzt frühzeitig die sich aus dem veränderten Umfeld ergebenden Chancen und ergänzt seine innovativen Antriebssysteme mit der E-DEUTZ-Strategie, die auf die Entwicklung und Herstellung hybrider und vollelektrischer Antriebssysteme für Off-Highway-Anwendungen abzielt. Die Akquisition von Torqeedo, Marktführer im Bereich elektrischer Bootsantriebe, unterstützt und beschleunigt dabei die Elektrifizierung der Antriebsaggregate von DEUTZ maßgeblich. Potenziale liegen unter anderem in der deutlichen Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Betriebskosten.

Unsere mittelschweren Motoren sind bereits weitgehend »Stufe-V-zertifiziert«. Als Folge davon ist die Nachfrageerwartung für diese Motoren gestiegen. Zudem ergeben sich aus der E-DEUTZ-Strategie neue Möglichkeiten für unser Produktportfolio. Deshalb haben wir entschieden, die völlige Neuentwicklung des bis dato geplanten 4-Zylinder-Motors 5.0 einzustellen und Kundenbedarfe durch unser bestehendes Produktportfolio bzw. Weiterentwicklungen bestehender Motoren mit deutlich niedrigeren Investitionen abzudecken. Zur diesbezüglichen Abschreibung verweisen wir auf die Ergebnisentwicklung.

Ein besonderes Augenmerk haben wir zudem auf Datenübertragung und -auswertung gelegt (Industrie 4.0), um unseren Kunden zukünftig neue Dienstleistungen anzubieten. Als ersten Schritt konnten wir unseren Kunden unsere neue DEUTZ Connect App im November 2017 zur Verfügung stellen.

Vorentwicklungsaktivitäten gesteigert

Eine intensive Forschung und Entwicklung bildet auch zukünftig die Basis für innovative Produkte und Dienstleistungen von DEUTZ. Hier haben wir unsere Aktivitäten zuletzt hinsichtlich alternativer Kraftstoffe ausgeweitet. Dabei stehen neben Erdgas auch Wasserstoff und regenerativ erzeugte Kraftstoffe im Fokus. Auch die bereits erwähnten Projekte im Rahmen der E-DEUTZ-Strategie erfolgen derzeit noch im Rahmen von Vorentwicklungsaktivitäten.

1) Bei Forschungs- und Entwicklungsausgaben handelt es sich um tatsächliche Ausgaben für F&E-Projekte. Diese unterscheiden sich von den Forschungs- und Entwicklungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung im Wesentlichen dahingehend, dass aktivierungspflichtige Entwicklungskosten abgezogen und Abschreibungen auf fertiggestellte Entwicklungsprojekte hinzugerechnet werden.
2) Verordnung (EU) 2016/1628 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. September 2016.