Ertragslage

DEUTZ-Konzern: Umsatz

S040_Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz

Umsatz signifikant gesteigert

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte DEUTZ Umsatzerlöse von 1.479,1 Mio. € und damit 17,4 % mehr als im Vorjahr (2016: 1.260,2 Mio. €). Damit haben wir unsere im Geschäftsbericht 2016 veröffentlichte Prognose eines deutlichen Umsatzwachstums in vollem Umfang erfüllt. Hierbei ist der Durchschnittspreis der verkauften Motoren – anders als von uns geplant – geringfügig gesunken, da wir im Produktmix mehr Motoren der niedrigen Leistungsklassen verkauft haben.

DEUTZ-Konzern: Konzernumsatz nach Quartalen

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Unterjährig konnten wir wie beim Umsatz in allen Quartalen die Vorjahreswerte übertreffen. Im vierten Quartal erlösten wir 385,9 Mio. €; dies sind 22,6 % mehr als im Vorjahresquartal und 7,6 % mehr als im dritten Quartal 2017. Damit war das vierte Quartal 2017 zugleich das stärkste im Berichtsjahr.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

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In der Betrachtung nach Anwendungsbereichen ergibt sich ein etwas differenzierteres Bild: Die Anwendungsbereiche Material Handling (40,5 %), Landtechnik (30,6 %) und Baumaschinen (25,0 %) konnten ihre Umsatzerlöse jeweils stark ausweiten. Auch das Servicegeschäft und Stationäre Anlagen verzeichneten ein Plus von 7,6 % bzw. 3,2 %. Dagegen gab Automotive um 27,3 % nach.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

S040_Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

In der regionalen Betrachtung lag der Umsatz in unserer Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit 1.063,5 Mio. € 21,9 % über Vorjahr. In der Region Amerika wurde der Umsatz um 11,9 % auf 268,1 Mio. € gesteigert. Die Region Asien/Pazifik verzeichnete hingegen mit 147,5 Mio. € etwas niedrigere Umsatzerlöse (–0,3 %) als im Vorjahr – ein Lizenzerlös im Vorjahr hat sich hier im Berichtsjahr nicht wiederholt.

Ergebnisentwicklung

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA vor Sondereffekten) lag im Geschäftsjahr 2017 bei 135,9 Mio. € und damit 21,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 114,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge (vor Sondereffekten) hat sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 leicht auf 9,2 % verbessert (2016: 9,1 %). Die EBITDA-Marge im Vorjahr war allerdings durch ein Lizenzgeschäft begünstigt. Der Ergebnisbeitrag daraus betrug 5,5 Mio. €.

Nach Abschreibungen betrug das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) des Berichtsjahres 42,4 Mio. € (2016: 23,4 Mio. €). Der deutliche Anstieg in Höhe von 19,0 Mio. € ist neben dem höheren Geschäftsvolumen durch ein verbessertes At-equity-Ergebnis bedingt. Den positiven Effekten standen gestiegene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (inkl. einer außerplanmäßigen Abschreibung im vierten Quartal 2017) sowie negative Fremdwährungseffekte gegenüber. Zudem führte das schnelle Hochfahren von Kapazitäten aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere in der Logistik zu temporären Mehrkosten. Die EBIT-Rendite (vor Sondereffekten) hat sich im Geschäftsjahr 2017 auf 2,9 % verbessert (2016: 1,9 %). Zu Beginn des Jahres waren wir von einem moderaten Anstieg der EBIT-Marge vor Sondereffekten ausgegangen. Mit einem Anstieg der EBIT-Marge von 1 %-Punkt haben wir unsere Prognose in vollem Umfang erfüllt.

Im vierten Quartal 2017 lag das operative Ergebnis (vor Sondereffekten) bei 14,6 Mio. €. Im Vergleich zum Vorquartal (Q3 2017: 5,0 Mio. €) und zum Vorjahresquartal (Q4 2016: 3,7 Mio. €) ist es damit insbesondere bedingt durch das deutlich höhere Geschäftsvolumen signifikant um 9,6 Mio. € bzw. 10,9 Mio. € gestiegen. Die EBIT-Rendite (vor Sondereffekten) betrug im vierten Quartal 3,8 % (Q3 2017: 1,4 %; Q4 2016: 1,2 %).

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite (vor Sondereffekten)

S041_Grafik: DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite (vor Sondereffekten)

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis (EBIT) nach Quartalen (vor Sondereffekten)

S041_Grafik: DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis (EBIT) nach Quartalen (vor Sondereffekten)

Infolge der Steigerung unseres operativen Ergebnisses hat sich unsere interne Steuerungsgröße Return on Capital Employed (ROCE vor Sondereffekten) 1) von 3,1 % im Vorjahr auf 5,5 % deutlich verbessert. Zu Beginn des Berichtsjahres sind wir von einer leichten Steigerung des ROCE gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 ausgegangen. Aufgrund der vorgenannten Effekte konnten wir diese Prognose übertreffen.

Anders als im Vergleichszeitraum 2016 fielen im Berichtsjahr hohe positive Sondereffekte von insgesamt 104,1 Mio. € an. Nach Berücksichtigung der Sondereffekte lag das operative Ergebnis (EBIT) bei 146,5 Mio. €. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 123,1 Mio. € (2016: 23,4 Mio. €). Die Sondereffekte betrafen mit +98,8 Mio. € den Gewinn aus der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz (nach Abzug von Transaktionskosten und vor einer finalen Kaufpreisrate). Des Weiteren resultierten +10,0 Mio. € aus der Veräußerung des Erbbaurechts unserer Tochtergesellschaft Ad.Strüver an einem nicht mehr zu Produktionszwecken genutzten Grundstück in Hamburg. Diesen positiven Sondereffekten standen im Berichtsjahr negative Sondereffekte in Höhe von 4,7 Mio. € gegenüber. Im Rahmen der im vierten Quartal2017 abgeschlossenen Akquisitionen der Torqeedo GmbH, Gilching, und der IML Motori S.r.l., Mailand (Italien), sind Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 4,7 Mio. € angefallen.

DEUTZ-Konzern: Übersicht zur Ertragslage
  2017 2016
in Mio. €    
Umsatzerlöse 1.479,1 1.260,2
Umsatzkosten –1.222,9 –1.041,6
Forschungs- und Entwicklungskosten –94,8 –77,5
Vertriebs- und Verwaltungskosten –120,3 –104,7
Sonstige betriebliche Erträge 144,1 17,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen –42,1 –26,7
Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen 2,5 –5,1
Übriges Finanzergebnis 0,9 1,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 146,5 23,4
Sondereffekte 104,1
EBIT (vor Sondereffekten) 42,4 23,4
Zinsergebnis –2,4 –3,5
Ertragsteueraufwendungen –22,9 –3,9
Konzernergebnis 121,2 16,0

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 1.222,9 Mio. € (2016: 1.041,6 Mio. €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 181,3 Mio. € ist vor allem auf das deutlich gestiegene Geschäftsvolumen und den entsprechend höheren Materialaufwand zurückzuführen. Die Bruttomarge 2) lag mit 17,3 % auf dem Niveau des Vorjahres (2016: 17,3 %). Während in der Vergleichsperiode der Ergebnisbeitrag aus dem Lizenzgeschäft die Bruttomarge positiv beeinflusst hat, wirkten im Berichtszeitraum kapazitätsbedingte Mehrkosten in der Logistik belastend.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 94,8 Mio. € (2016: 77,5 Mio. €). Sie bestehen im Wesentlichen aus Personal- und Materialaufwendungen sowie Abschreibungen auf bereits fertiggestellte Entwicklungsprojekte. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und aktivierte Entwicklungskosten werden mindernd berücksichtigt. Der Anstieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 17,3 Mio. € resultierte neben der höheren Forschungs- und Entwicklungstätigkeit aus einer außerplanmäßigen Abschreibung eines noch nicht fertiggestellten Entwicklungsprojekts in Höhe von 8,8 Mio. €. Der spürbar gestiegene Marktausblick für unsere bereits für die Stufe V zertifizierten Baureihen im Bereich 4 bis 6 Liter Hubraum führte umgekehrt zu einer deutlich geringeren Nachfrageerwartung für die Baureihe 5.0, so dass das Entwicklungsprojekt aus Wirtschaftlichkeitsgründen vollständig wertberichtigt wurde. Es wird auch bis auf Weiteres nicht weiterverfolgt. In diesem Zusammenhang wurde die Nutzungsdauer der Baureihen 4.1 und 6.1 verlängert. Hierzu verweisen wir auf die Erläuterungen zu selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten im Konzernanhang.

Vertriebskosten

Im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich die Vertriebskosten auf 78,8 Mio. € (2016: 68,0 Mio. €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 10,8 Mio. € resultiert hauptsächlich aus verstärkten Vertriebsaktivitäten und dem damit einhergehenden Personalaufbau. Zudem beinhalten die Vertriebskosten des Berichtsjahres aufgrund der Erstkonsolidierung von Torqeedo und DEUTZ Italy (vormals IML Motori S.r.l.) zum 1. Oktober 2017 auch die im vierten Quartal aufgelaufenen Vertriebskosten dieser Gesellschaften.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Berichtsjahr bei 144,1 Mio. €. Gegenüber dem Vergleichszeitraum belief sich der Anstieg auf 126,4 Mio. € (2016: 17,7 Mio. €). Dies ist insbesondere durch die Erträge aus der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz (114,6 Mio. €) und des Erbbaurechts unserer Tochtergesellschaft Ad. Strüver KG an einem Grundstück in Hamburg (10,5 Mio. €) bedingt. Die Ergebnisse der beiden Transaktionen wurden den Sondereffekten zugeordnet. Abzüglich der Sondereffekte haben sich die sonstigen betrieblichen Erträge insbesondere aufgrund gestiegener Erträge aus Weiterbelastungen leicht erhöht.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 42,1 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Anstieg 15,4 Mio. € (2016: 26,7 Mio. €). Entscheidend dafür waren insbesondere die folgenden Sondereffekte: Im Zusammenhang mit der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz sind Transaktionskosten – insbesondere Aufwendungen für Makler- und Beratungsleistungen sowie Grunderwerbsteuer – in Höhe von insgesamt 13,5 Mio. € angefallen. Zudem wurde die im Jahr 2015 für Maßnahmen zur Standortoptimierung gebildete Rückstellung um die noch erwarteten Kosten für die Räumung des Standorts Köln-Deutz von 2,3 Mio. € erhöht. Schließlich sind im Rahmen der im vierten Quartal 2017 abgeschlossenen Akquisitionen von Torqeedo und DEUTZ Italy (vormals IML Motori S.r.l.) Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 4,7 Mio. € angefallen. Ohne Sondereffekte haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen trotz deutlich höherer Währungskursverluste um 5,6 Mio. € reduziert. Dies ist in erster Linie bedingt durch geringere Zuführungen zu sonstigen Rückstellungen, Pensionsrückstellungen und Wertberichtigungen auf Forderungen.

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen

Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 um 7,6 Mio. € auf 2,5 Mio. € deutlich verbessert (2016: –5,1 Mio. €). Die Veränderung ist auf die deutliche Ergebnisverbesserung unseres chinesischen Joint Ventures DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. zurückzuführen. Weitere Informationen hierzu sind im Kapitel Joint Venture DEUTZ Dalian zu finden.

Zinsergebnis

Das Zinsergebnis hat sich aufgrund einer geringeren Kreditinanspruchnahme, verbesserter Konditionen sowie einer höheren Aktivierung von Fremdkapitalzinsen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. € auf –2,4 Mio. € verbessert (2016: –3,5 Mio. €).

Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand lag im Berichtsjahr bei 22,9 Mio. € (2016: 3,9 Mio. €). Die originären Steueraufwendungen betrugen 23,3 Mio. €; dies bedeutet einen Anstieg von 14,0 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2016: 9,3 Mio. €). Diese Erhöhung ist insbesondere auf die Ergebnisverbesserung bei der DEUTZ AG zurückzuführen. Dem gegenüber standen latente Steuererträge in Höhe von 0,4 Mio. € (2016: 5,4 Mio. €).

Ergebnis je Aktie

Das Konzernergebnis ist im Berichtszeitraum um 105,2 Mio. € auf 121,2 Mio. € gestiegen (2016: 16,0 Mio. €). Dies führte zu einem deutlich verbesserten Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,00 € (2016: 0,14 €).

1) Return on Capital Employed (ROCE): Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichem Capital Employed. Capital Employed: Bilanzsumme abzüglich Zahlungsmitteln und -äquivalenten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten basierend auf Durchschnittswerten von zwei Bilanzstichtagen.
2) Bruttomarge: Verhältnis von Umsatzerlösen abzüglich Umsatzkosten zu Umsatzerlösen (ohne Berücksichtigung von Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen).