Ertragslage

DEUTZ AG: Übersicht zur Ertragslage
  2017 2016
in Mio. €    
Umsatzerlöse 1.356,0 1.151,8
Umsatzkosten –1.171,5 –998,3
Forschungs- und Entwicklungskosten –60,3 –45,0
Vertriebs- und Verwaltungskosten –74,5 –69,3
Sonstige betriebliche Erträge 145,5 37,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen –55,4 –21,4
Beteiligungsergebnis 15,5 4,4
Abschreibungen auf Finanzanlagen –0,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 154,8 59,9
Zinsergebnis –6,8 –5,7
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –16,7 –8,6
Sonstige Steuern –2,6 –0,5
Jahresergebnis 128,7 45,1
    

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der DEUTZ AG betrugen im Geschäftsjahr 2017 1.356,0 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein deutlicher Anstieg um 17,7 % (2016: 1.151,8 Mio. €). Insbesondere die höhere Nachfrage in den Anwendungsbereichen Baumaschinen, Material Handlung und Landtechnik war entscheidend für diese Entwicklung. Im Anwendungsbereich Baumaschinen ist der Umsatz um 23,3 % auf 426,6 Mio. € gestiegen (2016: 346,0 Mio. €). Die Bereiche Material Handling und Landtechnik wuchsen sogar um 44,5 % auf 230,6 Mio. € (2016: 159,6 Mio. €) bzw. um 30,5 % auf 231,0 Mio. € (2016: 177,0 Mio. €).

Regional betrachtet hat der Umsatz in unserer größten Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) am stärksten zugelegt, und zwar um 22,5 % auf 1.023,3 Mio. € (2016: 835,2 Mio. €). Auch in der Region Amerika ist der Umsatz deutlich um 10,5 % auf 203,6 Mio. € gestiegen (2016: 184,1 Mio. €). In der Region Asien/Pazifik gab der Umsatz dagegen um 2,6 % auf 129,1 Mio. € nach (2016: 132,5 Mio. €).

Ergebnisentwicklung

Im Geschäftsjahr 2017 hat die DEUTZ AG ein operatives Ergebnis (EBIT) von 154,8 Mio. € erwirtschaftet (2016: 59,9 Mio. €). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beträgt 94,9 Mio. € und ist neben dem deutlich gestiegenen Geschäftsvolumen insbesondere durch die Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz zurückzuführen. Zudem hat sich auch das Beteiligungsergebnis stark verbessert. Den positiven Effekten standen gestiegene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie negative Fremdwährungseffekte gegenüber. Zudem führte das schnelle Hochfahren von Kapazitäten aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage im laufenden Geschäftsjahr insbesondere in der Logistik zu temporären Mehrkosten.

Umsatzkosten

Im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich die Umsatzkosten der DEUTZ AG auf 1.171,5 Mio. € (2016: 998,3 Mio. €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Höhe von 173,2 Mio. € resultiert insbesondere aus volumenbedingt gestiegenen Materialaufwendungen sowie kapazitätsbedingt höheren Kosten in der Logistik. Die Bruttomarge1) hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 13,3 % auf 13,6 % verbessert.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 60,3 Mio. € (2016: 45,0 Mio. €). Sie bestehen im Wesentlichen aus Personal- und Materialaufwendungen sowie Abschreibungen auf bereits fertiggestellte Entwicklungsprojekte. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und aktivierte Entwicklungskosten werden mindernd berücksichtigt. Der Anstieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 15,3 Mio. € resultierte neben der ausgeweiteten Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zum großen Teil aus einer außerplanmäßigen Abschreibung eines noch nicht fertiggestellten Entwicklungsprojekts. Der spürbar gestiegene Marktausblick für unsere bereits für die Stufe V zertifizierten Baureihen im Bereich 4 bis 6 Liter Hubraum führte umgekehrt zu einer deutlich geringeren Nachfrageerwartung für die Baureihe 5.0, so dass das Entwicklungsprojekt aus Wirtschaftlichkeitsgründen vollständig wertberichtigt wurde. Es wird auch bis auf Weiteres nicht weiterverfolgt.

Vertriebs- und Verwaltungskosten

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten betrugen im Berichtsjahr 74,5 Mio. € (2016: 69,3 Mio. €). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 5,2 Mio. € und ist insbesondere auf die Vertriebskosten bedingt durch verstärkte Vertriebsaktivitäten zurückzuführen. Im Verhältnis zu den Umsatzerlösen sind die Vertriebs- und Verwaltungskosten dagegen von 6,0 % im Vorjahr auf 5,5 % im Berichtsjahr gesunken.

Sonstige betriebliche Erträge

Im Geschäftsjahr 2017 sind die sonstigen betrieblichen Erträge um 107,8 Mio. € auf 145,5 Mio. € gestiegen (2016: 37,7 Mio. €). Maßgeblich dafür waren insbesondere die Erträge aus der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 34,0 Mio. € auf 55,4 Mio. € gestiegen (2016: 21,4 Mio. €). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Rückabwicklung der Veräußerung des seinerzeitigen Betriebsgeländes am Standort Köln-Deutz an die Deutz-Mülheim Grundstücksgesellschaft mbH in den Jahren 2001 bzw. 2002 sowie höhere Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen zurückzuführen.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnisistgegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,1 Mio. € auf 15,5 Mio. € gestiegen (2016: 4,4 Mio. €). Maßgeblich hierfür waren insbesondere die Ergebniszuwächse bei der DEUTZ Asien VerwaltungsGmbH. Der Ergebnisanstieg bei der DEUTZ Asien Verwaltungs GmbH resultiert aus der Beteiligung an der Deutz-Mülheim Grundstücksgesellschaft mbH und steht im Zusammenhang mit der Rückabwicklung der Grundstücksveräußerung an die Deutz-Mülheim Grundstücksgesellschaft mbH in den Jahren2001 bzw. 2002. Zudem hat die Dividendenausschüttung der DEUTZ Corporation, Atlanta (USA), zu dem Ergebnisanstiegbeigetragen.

Zinsergebnis

Das Zinsergebnis lag im Berichtsjahr bei –6,8 Mio. € (2016: –5,7 Mio. €). Die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr (–1,1 Mio. €) ist hauptsächlich auf gesunkene Zinserträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen zurückzuführen. Bedingt durch eine geringere Kreditinanspruchnahme sind die Zinsaufwendungen ebenfalls zurückgegangen.

Ertragsteuern

Die Ertragsteueraufwendungen betrugen im Berichtsjahr 16,7 Mio. € (2016: 8,6 Mio. €). Die originären Steueraufwendungen betrugen 18,1 Mio. € (2016: 6,1 Mio. €) und sind insbesondere auf die verbesserte Ertragslage zurückzuführen. Dem gegenüber standen latente Steuererträge in Höhe von 1,4 Mio. € (2016: Steueraufwendungen von 2,6 Mio. €). Die originären Steueraufwendungen betreffen mit 2,2 Mio. € Vorjahre und resultieren aus Steuerprüfungen für vergangene Jahre.

Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Mio. € auf 2,6 Mio. € signifikant erhöht (2016: Steueraufwendungen von 0,5 Mio. €). Im Zuge der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz sind Grunderwerbsteuern in Höhe von 2,2 Mio. € angefallen.

Jahresergebnis

Der Jahresüberschuss hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum insbesondere bedingt durch das stark verbesserte operative Ergebnis um 83,6 Mio. € auf 128,7 Mio. € deutlich erhöht (2016: 45,1 Mio. €). Das Jahresergebnis hat jedoch stark von dem Gewinn aus der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz profitiert. Bedingt durch die signifikante Ausweitung des Geschäftsvolumens hätte das Jahresergebnis auch ohne diesen einmaligen Effekt über Vorjahr gelegen und die Prognose so übertroffen.

Auf Grundlage des positiven Jahresergebnisses schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, aus dem Bilanzgewinn 18,1 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je Aktie zu verwenden.

1) Bruttomarge: Verhältnis von Umsatzerlösen abzüglich Umsatzkosten zu Umsatzerlösen (ohne Berücksichtigung von Abschreibungen auf Entwicklungsleistungen).