Querschnittsthemen

Hinsichtlich der Querschnittsthemen spielen Kundenzufriedenheit, Innovationen und Lieferantenmanagement eine bedeutende Rolle.

Aufgrund der Wesentlichkeit der DEUTZ AG als Führungsgesellschaft besteht bisher kein übergreifendes Konzept für diese Querschnittsthemen. Daher konzentrieren wir unsere Berichterstattung auf die DEUTZ AG. Die lokalen Geschäftsführer berichten relevante Themen regelmäßig an das Management der DEUTZ AG.

Kundenzufriedenheit

Die DEUTZ AG hat die sogenannte Null-Fehler-Strategie eingeführt. Mit diesem Qualitätsprogramm verfolgen wir primär das Ziel, die Erwartungen unserer Kunden stets zu erfüllen. Fehler sollen schon im Ansatz erkannt werden, bevor sie überhaupt auftreten. Aus Fehlern wiederum, die bereits aufgetreten sind, müssen wir umgehend lernen, so dass sich dieselben Fehler nicht wiederholen. Ein weiteres Ziel betrifft die Lieferperformance: Eine hohe Lieferperformance bedeutet eine termin- und mengengerechte Lieferung von Motoren und Teilen und trägt damit zur Kundenzufriedenheit bei. Insgesamt soll die Kundenzufriedenheit möglichst hoch sein. Deshalb wird sie auch über verschiedene Kanäle regelmäßig evaluiert.

Umfassende Maßnahmen zur Null-Fehler-Strategie

Die DEUTZ AG senkt die Fehlerrate durch vielfältige Maßnahmen, die je nach Umfang in den entsprechenden Fachbereichen oder gemeinsam mit dem Vorstand definiert werden. Somit erfolgt eine Einbindung des Top-Managements, es werden Ergebnisse berichtet und wichtige Entscheidungen getroffen. In allen Bereichen werden Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität durchgeführt. Bereits im Geschäftsjahr 2016 haben wir ein Konzept zur Umsetzung des Qualitätsprogramms entwickelt und Multiplikatoren für die Durchführung von Workshops geschult. Diese Methodik wurde 2017 weiterverfolgt und verfeinert. Führungskräfte und Mitarbeiter wurden in zwei halbtägigen Workshops zu Themen wie Kundenzufriedenheit, Arbeitsqualität und konstruktiver Umgang mit Fehlern intensiv geschult.

Eine Studie mit dem Werkzeugmaschinenlabor WZL zur Qualitätsorientierung hat ergeben, dass die Qualitätskultur bei der DEUTZ AG, bezogen auf den externen Kundenfokus, im Durchschnitt bei den Mitarbeitern im mittleren Management stark ausgebildet ist.

Die Zufriedenheit der Kunden der DEUTZ AG wird regelmäßig erhoben, um Schwerpunkte zur Verbesserung zu identifizieren. Daraus werden Maßnahmenpakete abgeleitet, um beispielsweise die Kundenkommunikation oder die Verfügbarkeit der Ansprechpartner zu verbessern und die Preisgestaltung transparenter zu machen.

Die Unternehmensführung ist eng in die Maßnahmen eingebunden.

Qualitätssicherung beginnt bei Lieferanten

Im Rahmen der Produktentwicklung wendet die DEUTZ AG zur Förderung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualität von Zulieferteilen konsequent APQP (Advanced Product Quality Planning) gemeinsam mit den Lieferanten an. Die Zulieferteile werden so im Einklang mit dem Produktentwicklungsprozess beschafft und erreichen zum Serienstart die gewünschte Qualität. Zudem werden die Liefertreue und Qualitätsperformance der Lieferanten regelmäßig evaluiert.

Die Kundenzufriedenheitsumfrage wird durch einen externen Dienstleister gemeinsam mit dem Bereich Business Intelligence ausgewertet. Zusätzlich wird ein monatlicher Bericht aller qualitäts- bzw. kundenrelevanten Kennzahlen sowie ein wöchentlicher Statusbericht der wichtigsten Probleme an die Bereichsleiter und den Vorstand versendet, um eine kurze Reaktionszeit bei Abweichungen von den Zielen sicherzustellen.

Ergebnisse werden regelmäßig überprüft

Bei der DEUTZ AG erfolgt ein monatliches Reporting der Kundenfehler an den Vorstand sowie die entsprechenden Abteilungen. Daraus werden kurzfristig Maßnahmen abgeleitet. Die Zahl der hinsichtlich der Qualitätsoffensive geschulten Mitarbeiter liegt bei 55 % und steigt kontinuierlich. Ein jährliches Managementreview beinhaltet die finanziellen und nichtfinanziellen Qualitätskennzahlen, ebenfalls werden hier die Maßnahmen aus den vorangegangenen Bewertungen analysiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit geprüft. Die Kundenzufriedenheit ist in der Umfrage im Jahr 2016 insgesamt gegenüber 2013 gestiegen; sie lag in den meisten Bereichen über den vorherigen Werten.

Innovationen

Wir wollen DEUTZ als führenden Hersteller innovativer Antriebssysteme positionieren.

Innovationen der DEUTZ AG beziehen sich hierbei auf drei Schwerpunkte:

  1. Alternative Kraftstoffe: Dabei stehen neben Flüssiggas (LPG), Erdgas und Wasserstoff auch regenerativ erzeugte Kraftstoffe im Fokus.
  2. Hybride Antriebssysteme: Die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor (Hybridisierung) ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Entwicklungstätigkeiten.
  3. Digitalisierung: Ein besonderes Augenmerk liegt auf innovativen digitalen Lösungen, um unseren Kunden neue Dienstleistungen anzubieten (Connectivity, Smart Services rund um den Motor).

Forschung und Entwicklung zentral gesteuert

Innovationen entstammen bei der DEUTZ AG vor allem der zentralen F&E-Abteilung in Köln-Porz. Unsere Tochtergesellschaften DEUTZ Corporation und Torqeedo engagieren sich bereits in der Produktplanungsphase und bringen ihre regionalen Anforderungen aktiv in den Entwicklungs- und Innovationsprozess mit ein. Die DEUTZ Corporation fokussiert sich im Besonderen auf die amerikanische Emissionsgesetzgebung (EPA, CARB); Torqeedo bringt sich intensiv in den Innovationsprozess in Bezug auf die Hybridisierung und Elektrifizierung ein.

Innerhalb der DEUTZ AG ist die Abteilung »Produktmanagement« für die Beobachtung des Marktes und die sich daraus ergebenden Produktanforderungen zuständig. Im Rahmen eines quartalsweisen »Product Boards«, an dem auch der Vorstand teilnimmt, werden Markttrends und Vorentwicklungsaktivitäten besprochen und weitere Entwicklungsaktivitäten angestoßen bzw. priorisiert. Neue Entwicklungen werden mit Hilfe des etablierten Produktentstehungsprozesses (PEP) entwickelt und überprüft. Zur Erreichung der Ziele werden interne und externe Entwicklungen angestoßen. Bei externen Entwicklungen setzen wir auf die intensive Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern wie Lieferanten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Torqeedo führt zu Innovationsschub

Im Berichtsjahr haben wir die Torqeedo GmbH übernommen. Diese dient als Nukleus für die E-DEUTZ-Strategie, in deren Rahmen hybride und vollelektrische Antriebe für den Off-Highway-Bereich entwickelt werden sollen. Das Know-how von Torqeedo bei elektrischen Antriebssystemen führt zu einem diesbezüglichen Innovationsschub bei DEUTZ.

Torqeedo bringt jedes Jahr neue Produkte auf den Markt, um den Wettbewerbsvorsprung bei elektrischen Bootsantrieben zu sichern und auszubauen.

Die Unternehmensführung der DEUTZ AG ist wie bereits ausgeführt durch das Product Board in die Innovationsaktivitäten eingebunden. Gemeinsam mit den Bereichen Produktplanung, Vertrieb und Service bespricht der Vorstand den Stand der Vorentwicklung und gibt bei positiver Beurteilung die Projekte für die nächste Stufe frei. Förderprojekte werden in einem Kreis unterhalb des Top-Managements diskutiert; hier wird derzeit auch ein Innovationsprozess erarbeitet.

DEUTZ verbreitert sein Technologieportfolio

Als Ergebnis unserer Innovationstätigkeit konnten wir im vergangenen Jahr zahlreiche wegweisende Neuerungen präsentieren. Auf der weltweit größten Landtechnik-Messe Agritechnica stellten wir unter anderem unsere Stufe-V-zertifizierte Motorenpalette, neue Reihenmotoren von 9 bis 18 Liter Hubraum sowie die E-DEUTZ-Strategie für hybride und vollelektrische Antriebslösungen vor. Mit der neuen DEUTZ Connect App zur mobilen Motordiagnose investieren wir außerdem in die Digitalisierung unserer Serviceprodukte. Unser neuer Webshop bringt darüber hinaus das DEUTZ-Servicenetz ins Internet.

Die DEUTZ AG setzt mit ihrem prämienbasierten Ideenmanagement auf die Kreativität ihrer Beschäftigten. Im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, durch die eingereichten Ideen unserer Mitarbeiter einen Nutzen von mehr als 200 T€ zu generieren. Erzielt wurde dieser durch durchschnittlich 21,4 eingereichte Ideen pro 100 Mitarbeiter.

Viele Patente und Auszeichnungen

Mit Patenten, Patentanmeldungen und Gebrauchsmustern schützen wir unser Know-how vor fremder, unbefugter Nutzung. Im Berichtsjahr hat die DEUTZ AG 20 neue Schutzrechte angemeldet, davon sechs im Inland. Insgesamt verfügt die DEUTZ AG nun über 125 deutsche und 189 ausländische Schutzrechte.

Torqeedo hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl neuer Produkte auf den Markt gebracht. Darüber hinaus hat das Unternehmen in den letzten Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Dazu zählten beispielsweise der »Pittman Innovation Award« für Cruise FP Rudder Drive vom Sail Magazine, USA, und der »NMMA Innovation Award 2017« der US-amerikanischen NMMA (National Marine Manufacturers Association) für Cruise F.

Lieferantenmanagement

Das übergreifende Lieferantenmanagement 1) der DEUTZ AG verfolgt das Ziel, Qualität, Lieferzeit, kommerzielle Rahmenbedingungen und die allgemeine Kommunikation mit den Lieferanten stetig zu verbessern. Dabei steht die Lieferantenentwicklung klar im Vordergrund. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung werden pro Warengruppe Zielwerte für die Fehlerrate definiert, den Lieferanten kommuniziert und regelmäßig kontrolliert. Aus den Ergebnissen werden Maßnahmen abgeleitet. Unser übergeordnetes Ziel lautet hierbei »null Fehler«. Alle neuen Lieferanten müssen bei DEUTZ freigegeben werden, basierend auf der Lieferanten-Selbstauskunft, der Herstellbarkeitsanalyse und weiteren Unterlagen sowie Kriterien. In der Regel findet in diesem Prozess ein Vor-Ort-Audit statt. Der DEUTZ-Konzern setzt grundsätzlich nur zertifizierte Serienlieferanten (Mindeststandard ISO 9001:2015) ein. Der Einkauf bei den Tochtergesellschaften, insbesondere der DEUTZ Corporation und DEUTZ Spain, ist eng an das Lieferantenmanagement der DEUTZ AG angelehnt.

Tool zur Performance-Messung

Lieferanten managt die DEUTZ AG über das sogenannte »Lieferantencockpit«. Hiermit überwachen wir die Performance unserer Lieferanten aus Einkaufs-, Dispositions- und Qualitätssicht sowie im Falle von Entwicklungslieferanten auch im Hinblick auf ihre Forschungs- und Entwicklungskompetenzen sowie Innovationsfähigkeit. Dafür ist es notwendig, die Lieferanten im Vorfeld in diese Kategorien einzuteilen. Die Ergebnisse aus den einzelnen Kriterien und deren Entwicklung über die Zeit dienen dazu, Maßnahmen zu ergreifen und die Performance zu verbessern.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Kapitel Compliance und Kundenzufriedenheit.

Die Unternehmensführung wird bei der DEUTZ AG monatlich über das Einkaufsbudget und weitere KPIs der Balanced Scorecard informiert. Dieser monatliche Einkaufs-Management-Report mit Kennzahlen für den Vorstand beinhaltet Finanzkennzahlen, Qualitätskennzahlen usw. Die zugrunde liegenden Zielvorgaben wurden durch den Vorstand bestätigt.

Aufbau einer Lieferanten-Due-Diligence zu Compliance

Die DEUTZ AG prüft ihre Lieferanten durch Selbstauskünfte und die Durchführung von Audits sowie eventuell Präventivaudits. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen wie bereits erwähnt das Lieferantencockpit, eine Software für das Lieferantenmanagement, die die Lieferantenbewertung und -klassifizierung ermöglicht. Derzeit wird eine Lieferanten-Due-Diligence zu Compliance-Themen aufgebaut. Erste weltweite Abfragen befinden sich in der Auswertung. Der Steuerkreis »Total Supplier Development«, in dem das Lieferantencockpit genutzt wird, findet alle zwei Wochen statt: Hier werden die Daten besprochen und Maßnahmen festgelegt. Zusätzlich wird das Thema Risikomanagement thematisiert; die Risikoabfrage umfasst beispielsweise die Themen Insolvenz, Korruption, Naturkatastrophen und lokale Entwicklungen.

Regelmäßige Überprüfung der Kennziffern

Bei der DEUTZ AG findet hinsichtlich der Einsparungsergebnisse, der Lieferperformance und der Qualitätskennziffern ein Abgleich der Soll- und Ist-Werte statt. Zudem wird die Zielerreichung überprüft. 2017 haben wir eine Vielzahl von Lieferantenbesuchen und Lieferanten-Audits durchgeführt. Die Fehlerquote (ppm) bei den Anlieferungen lag 2017 auf einem historischen Tiefststand.

1) Die Aussagen beziehen sich auf direkte Lieferanten mit einem Vertragsverhältnis mit DEUTZ.